bürgerInnenrechte & die weite welt lisa.neulist | 05. Mrz 2010
Staatliche Unterstützung für Folteropfer
Der 17-jährige Kurde Ahmed* ist auf dem Weg zu einem Beratungstermin im Therapiezentrum XENION in Berlin. Als Fahrkartenkontrolleure ihm seine Papiere abnehmen, gerät er in Panik und flüchtet. Völlig verstört erreicht er die Einrichtung, doch Polizisten folgen ihm. Als sie in die Therapieräume eindringen, stürzt sich Ahmed aus dem Fenster des dritten Stocks. Er überlebt den Sturz nur knapp.
Derartige Panikreaktionen sind klare Zeichen für eine „posttraumatische Belastungsstörung“. Wer einmal Folter erlebt hat, wird ein Leben lang unter dieser Erfahrung leiden.
XENION ist eine Menschenrechtsorganisation, sie sich um Fälle wie Ahmed* kümmert.
Es gibt in Deutschland jedoch keine staatliche Förderung für Folteropfer. Alle Organisationen, die sich um die psychischen Folgen von Folter kümmern sind auf Privatinitiative gegründet. Nur Wenigen ist bewusst, dass die Folgen der Folter ihre Opfer das Leben lang verfolgt und nicht wenige enden im Suizid. Nicht nur das Leben der Betroffenen ist durch die psychische Folge belastet, sondern auch das der Familie, da Angst und Stress auf diese unbewusst übertragen wird.
Die Therapien von schwer Traumatisierten führen nicht von heute auf morgen zu einer Besserung, sondern brauchen viel Zeit – und entsprechende finanzielle Unterstützung.
Trotzdem müssen die Betroffenen manchmal lange auf einen Therapieplatz warten. Auch XENION muss regelmäßig Aufnahmestopps verhängen, weil die Kapazitäten nicht ausreichen.
Förderung gibt es auch durch den Europäischen Flüchtlingsfond, jedoch werden die Gelder in Deutschland durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge verwaltet. Die Behörde ist auch für die Genehmigung und Ablehnung von Asylanträgen zuständig, und ihre Finanzentscheidungen sind nicht zuletzt politische Entscheidungen. Über Folteropfer muss nicht politisch sondern menschlich entschieden werden.
*Name geändert
Quelle:
http://www.amnesty.de/umleitung/2005/deu05/007?lang=de%26mimetype%3dtext%2fhtml
arbeit+soziales & die weite welt jakob.wunderwald | 10. Feb 2010
Hartz-IV-Urteil: Mahnung an die Bundesregierung

Foto: Al Fed auf flickr.com unter CC
Was würden wir ohne das Bundesverfassungsgericht eigentlich machen? Das fragt mensch sich schon, wenn man das Urteil zum Hartz-IV-Satz hört. Da wurde nun endlich zurechtgerückt, was lange falsch lief. Nun ist ein Umdenken in dieser unsozialen Reform endlich möglich, endlich muss in der schwarz-gelben Bundesregierung darüber debattiert werden, wie man eine gerechtere Verteilung der Gelder schaffen kann. Das Urteil ist ein Weckruf an all die, die über klientelpolitische Steuersenkungen komplett die vergessen haben, die nicht in privilegierten Verhältnissen leben, denen es schlecht geht und die sich ernsthafte Sorgen um das Wohl und Wehe ihrer Kinder machen müssen, die Schulsachen oder Klassenfahrten nicht finanzieren können, kurz und gut: die sich nicht um die Leute, um die sich der Staat wirklich kümmern muss, kümmern.
Wollen wir wirklich ein intaktes und zukunftsfähiges Staatsgebilde installieren, dann müssen die Hartz-IV-Regelungen sowas von komplett überdacht werden, dass man es einer Regierung wie der aktuellen eigentlich nicht zutrauen kann. Nein, ich meine, die Regierung wird an dieser Reform scheitern und uns zum Jahreswechsel eine noch unsozialere Version des Arbeitslosengeldes vorlegen. Dafür spricht unter anderem die Erklärung, die Familienministerin Köhler zum Thema abgab: Darin wird wieder vor allem von Leistungen schwadroniert, die in erster Linie der von CDU/CSU und FDP anvisierten Zielgruppe “Mittelstand” helfen werden, es heißt: “Wir dürfen nicht diejenigen bestrafen, die Verantwortung für Kinder übernehmen und hart für den Unterhalt der Familie arbeiten.” (Achja, die Eltern, die Hartz IV beziehen, arbeiten ja überhaupt nicht für den Unterhalt ihrer Familie, hab ich vergessen). Sehr schade, das alles. Jetzt, wo sich die Chance auftun würde, wirklich etwas für eine zukunftsfähige und solidarische Sozialpolitik zu tun, kneift die Bundesregierung. Aber mal ganz ehrlich: War das anders zu erwarten?
die weite welt & klima jakob.wunderwald | 21. Dez 2009
Wir werden noch an Kopenhagen denken…

Er ist also vorbei, und nichts wurde erreicht beim großen Hoffnungsträger vieler Bekämpfer des Klimawandels, dem “Super-Gipfel” von Kopenhagen. Das stimmt zutiefst traurig, denn es zeigt das Bild einer Menschheit, der kurzfristiges Geld wichtiger ist als eine langfristige, nachhaltige Art des Wirtschaftens, und die fröhlich zum Tanz auf dem Vulkan bläßt, was in 50 Jahren ist, kann uns doch egal sein. Doch so kann es nicht weitergehen. Wenn wir weiterhin so handeln, ist das ein sicherer Weg ins Verderben, und schon in wenigen Jahren werden wir das auch merken. Nur, dass es dann zu spät sein wird.
Natürlich ist dieses Scheitern zu gewissen Teilen vom Duo USA-China verursacht, doch dies kann keine Ausrede für Deutschland und die anderen Nationen Europas sein, jetzt nichts zu tun und die Schuld immer nur bei den anderen zu suchen. Nein, vielmehr muss jetzt hier, in Deutschland, in Europa, wirklich etwas getan werden, wirklich die Vorreiterrolle im Klimaschutz ergriffen werden. Nur wenn wir hier wirklich den Schalter umlegen, können wir bei den USA, bei China, auch einschneidende Veränderungen in der Klimapolitik einfordern. Also muss jetzt ein europäisches Abkommen zum Klimaschutz her.
Schließlich müssen wir auch eines bedenken: Uns trifft es nicht als erste und nicht am härtesten. Nein, die die Suppe, die wir uns da eingebrockt haben, wird zunächst mal von denen ausgelöffelt werden, die am wenigsten dafür können. Nämlich von den Leuten in den Entwicklungsländern dieser Welt, zum Beispiel in Afrika. Und eine solche Schuld können wir eigentlich nicht auf uns nehmen.
die weite welt Ricarda | 11. Mrz 2008
50 Jahre Meinung bilden!
Sehr schön… Die Bild-Zeitung wird 50. Hier gibts ein lustiges Video dazu:
bürgerInnenrechte & die weite welt Tobi S. | 10. Feb 2008
Wie der Frosch im heißen Wasser
Markus von netzpolitik.org hat dort letztens ein Überwachungsstaat-Video verlinkt. Wesentliche Neuigkeiten enthält es nicht, aber ich finds ganz gut gemacht, deshalb verlink ich’s hier auch mal ;)
Update: Das Video steht nicht allein, sondern kommt von PANOPTI.COM, danke an Bohne für den Hinweis.
die weite welt & globalisierung & lifestyle Ricarda | 08. Jan 2008
Aus dem Leben einer Jeans
Nachdem das Thema Fairtrade-Kleidung ja sowieso recht aktuell ist, hier mal noch ein Paar Infos zu der Weltreise, die die Jeans so hinter sich haben bevor sie bei uns im Laden landen. (aus KonsuMensch – Auf den Spuren nachhaltiger Produkte)
1.Station: Indien
Dort wird unter Verwendung von hochgiftigen Pestiziden die Baumwolle angebaut. (wusstet ihr, dass jedes Jahr 1,5 Mio Menschen eine Pestizidvergiftung erleiden und 28000 daran sterben, weil sie keine ausreichende Schutzausrüstung zur Verfügung haben…) Zehntausende Kinder in Indien, vor allem Mädchen zwischen 6 und 14 Jahren, pflücken 12 Stunden am Tag die Baumwolle und kriegen dafür meist weniger als 50 Cent täglich.
die weite welt & globalisierung Manu | 11. Dez 2007
Erste Antwort!
Heute habe ich die erste Antwort auf eine der bisher abgegebenen “Mitarbeiter des Monats”-Postkarten bekommen.
augsburg & die weite welt & globalisierung & schwaben Manu | 28. Nov 2007
GJ Schwaben wirbt für faire und biologische Kleidung
Bei der Auftaktveranstaltung der Afrikanischen Woche am 16.11. im Moritzsaal in Augsburg hatte die Grüne Jugend Schwaben einen Stand zum Thema “Faire & Biologische Kleidung”.
Mit dem Verkauf von fair gehandelten, biologischen T-Shirts sollte darauf aufmerksam gemacht werden, dass es auch modegerechte Kleidung gibt, die sozial und ökologisch verträglich ist.
Zudem wurden Flyer mit einigen Internetadressen verteilt, auf denen Internetshops aufgelistet sind, die solche Waren anbieten. Die Adressen stehen auch hier im Blog (siehe Beitrag vom 29. Okt 2007)
Außerdem wurden diese Postkarten verteilt, die die Grüne Jugend Schwaben vor kurzem drucken ließ:
Die Postkarte kann in Bekleidungsgeschäften abgegeben werden, um von der Geschäftsleitung Informationen über die Herstellungsbedingungen zu bekommen.
die weite welt & globalisierung Manu | 29. Okt 2007
Fair gehandelte und biologische Kleidung
Immer wieder liest man Berichte über Kinderarbeit, miserable Arbeitsbedingungen und fehlende Umweltstandards in der Textilindustrie.![]()
Doch vor allem modebewusste Käufer hatten kaum eine Chance auf fair gehandelte und biologische Kleidung umzusteigen, da nur ein äußerst begrenztes Angebot vorhanden war.
Noch ist die Größe des Angebots zwar leider immer noch nicht befriedigend und die großen Bekleidungsunternehmen kommen nur langsam in die Gänge, doch entstehen in letzter Zeit immer mehr Versandhäuser im Internet, die diese Marktlücke abdecken.
Das Angebot reicht von Kleidung wie T-Shirts, Pullovern, Schuhen bis hin zu Geldbeuteln und Taschen.
Hier einige Shops mit fair gehandelter und/oder biologischer Kleidung:
die weite welt & diskussion & verkehr Tobi S. | 18. Okt 2007
Petition zur Kerosinbesteuerung
Weils gerade aktuell ist: Noch bis zum 19. November kann mensch eine Petition beim Bundestag zur Besteuerung von Flugbenzin unterstützen. Etwas ungeschickt find ich nur den Begriff ‘Ökosteuer’ in dem Zusammenhang, das hört sich so an als ob es um ne zusätzliche Steuer ginge, dabei ist ja Flugbenzin im Moment völlig steuerbefreit. Trotzdem ist die Petition natürlich unterstützenswert ;), die Möglichkeit dazu gibts unter diesem Link.