augsburg & die konkurrenz & kommunalpolitik christian | 20. Jul 2007 10:55 am
Kommentar zur Gründungsversammlung der Partei Die Linke in Augsburg
Mann traf sich zum Abnicken. Basisfern und frauenfeindlich.
Von den Mitgliedern der beiden Gründungsparteien waren nur ganz wenige Frauen und wenige Männer erschienen. Ohne Parteimitgliedschaft waren lediglich eine Handvoll Sympathisantinnen und Sympathisanten aus in Augsburg aktiven Organisationen anwesend (Attac Augsburg, Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegnerinnen und Kriegsdienstgegner DFG-VK, Forum solidarisches und friedliches Augsburg, Frauenprojektehaus Augsburg e. V., Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten VVN-BdA Augsburg).
Dass wir uns nicht willkommen fühlen konnten, merkten wir daran, dass jede unserer Äußerungen mit Spott, Hohn, Anwürfen und Beschimpfungen quittiert wurde.
Interesse an Inhalten und soziale Kompetenz war nicht zu bemerken. Vielmehr ging es um Ausgrenzung und Postenverteilung. Diskussionen waren nicht in der Tagesordnung vorgesehen, nicht erwünscht und wurden unterdrückt.
Das vorher von wenigen Strategen geplante Ergebnis der Wahl der beiden männlichen Sprecher und der Vorstandsmitglieder mit minimalem Frauenanteil wurde durch Abstimmung bestätigt. Damit dies so reibungslos und diskriminierend über die Bühne gehen konnte, sollte als erster politischer Beschluss der Versammlung die Quotierung (d. h. die Aufteilung der Ämter auf einen gerechten Anteil von Frauen und Männern) aufgehoben werden. Ein engagiertes weibliches Mitglied aus der WASG hatte nämlich versucht, für ein Sprecherinnenamt und für den Vorstand zu kandidieren. In der Versammlung hatte sie im Gegensatz zu anderen nach einem politischen Amt strebenden Anwesenden ihre Kandidatur als Frau ausführlich und politisch begründet. Ihre Wahl sollte vom anwesenden Patriarchat erfolgreich verhindert werden.
Im Zuge der vorangegangenen Auseinandersetzungen um die Frage der Quotierung verließ eine andere, der WASG angehörende Frau, aus Protest die Versammlung. Dies war nahezu die einzige Möglichkeit, einem dem Wahnsinn nahen Umgang der „Parteisoldaten“ mit dem Quotenproblem zu entgehen.
Nachdem die Quotierung durch eine Abstimmung aufgehoben wurde (25 Stimmberechtigte, 19 für die Aufhebung der Quotierung, 4 dagegen, 2 Enthaltungen) verließ auch ich diese Farce einer Gründungsversammlung, begleitet von Verhöhnungen durch die siegestrunkenen Parteimänner.
Insgesamt werte ich die allen fortschrittlichen und emanzipatorischen Bestrebungen widersprechende Gründungsversammlung als eine politische Katastrophe für die Linke in Augsburg, und insbesondere auch für uns Frauen.
Martha Metzger
Vorstandsfrau im Frauenprojektehaus Augsburg e. V., aktiv im Forum solidarisches und friedliches Augsburg und im Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten VVN-BdA,
Kandidatin auf der offenen Liste der PDS bei der letzten Kommunalwahl in Augsburg auf Platz Nr. 4.
Interessant wie’s in so ner “linken” Partei zugeht. Bin sehr gespannt wie die bei den Kommunalwahlen auftreten werden. Der Artikel ist aus dem Rundbrief – “Forum solidarisches und friedliches Augsburg” nachzulesen unter www.forumaugsburg.de
Grüße
Christian
am 20. Jul 2007 um 21:41 Uhr 1.Tobi sagt …
Das entspricht genau den erwartungen, die ich an diese Partei hab; is doch Die Linke meiner Meinung nach alles andere als links. Falls ich mal die Zeit find (geplant is es schon lange) werd ich das auch mal etwas detailierter ausführen ;)
am 21. Jul 2007 um 01:18 Uhr 2.nico sagt …
wird zeit, dass der tobi mal wieder urlaub bekommt (und dann fuer die gj arbeiten kann ;)
am 22. Jul 2007 um 18:43 Uhr 3.Fabian sagt …
Hmm, eigentlich dieselbe Misere wie auf Bundesebene: Da gibts trotz Frauenquote auch nur Vorsitzende.
aber dafür sehr interessant das Bild auf der Homepage zum Vorstand: http://die-linke.de/partei/organe/parteivorstand/parteivorstand_20072008/
am 24. Jul 2007 um 16:25 Uhr 4.aline sagt …
allerdings!
vermutlich haben da nur die frauen nen blumenstrauss bekommen(-unverschämtheit) und die mussten natürlich vor ins bild..so für die öffentlichkeit und überhaupt hübsch(???) uns so. bäh…
am 31. Jul 2007 um 08:40 Uhr 5.Loeffler sagt …
Leider entspricht der Artikel nicht der Wahrweit!
Der Artikel enstammt leider einigen Personen die im Rahmen einer Rufmordkampagne und übler Nachrede ihr eigenes Gewissen und ihre Unfähigkeit zu beruhigen versuchen .Auch die Aufhebung der Frauenquote hat andere Ursachen, aber mann muß sich ja nicht immer auf das Niveau von solch geistigen Tieffliegern herab lassen.
Des Witeren kann das verbreiten von solchen falschen Aussagen auch rechtlichen Konsequenzen
nach sich ziehen, dass mal als kleine Anmerkung
an die Redaktion des grünen Blog!
am 02. Aug 2007 um 10:45 Uhr 6.Tobi sagt …
Hallo Herr (?) Löffler,
was stimmt den Ihrer Meinung nach an dem Artikel nicht? Wir würden die ‘Falschaussagen’ ja schon gern korrigieren, aber dazu müßten wir natürlich erstmal wissen was da genau nicht stimmen soll. Leider findet sich ja auf der Website der Augsburger Linkspartei bis jetzt kein Bericht über die Gründungsversammlung oder auch nur eine Übersicht über den aktuellen Vorstand.
Unabhängig davon scheint mir der Bericht aber durchaus plausibel, schließlich ist die Linkspartei das beste Beispiel dafür, wie auch in (angeblich) linken Parteien die Seilschaften alter Männer (Gysi, Ernst, Lafontaine, …) systematisch die Beteiligung kompetenter junger Frauen (und die gibts überraschenderweise tatsächlich in dieser Partei) verhindern. Dass das nicht nur auf Bundesebene, sondern auch vor Ort geschieht, klingt für mich nachvollziehbar.
Falls Sie also konkrete Punkte an dem Artikel richtigstellen wollen: Nur zu :) Ihre bisherige und wenig substanzvolle Kritik wirft bisher jedenfalls in meinen Augen auch kein allzu gutes Licht auf diese Partei.
am 02. Aug 2007 um 11:33 Uhr 7.Rudolf Blößner sagt …
Hallo grüne Jugend,
Hallo Tobi,
es gibt einen Spruch.
Bevor man negative Aussagen übernimmt, sollte man zuerst auch die andere Seite hören.Dies gehört aber leider weder zum derzeitigen menschlichen und politischen Stil.
Die grüne Partei war bevor sie an die Regierung kam vehement gegen Kriegseinsätze. soviel zur Glaubwürdigkeit.
Der von Frau Metzger so hochgelobte und unterstützte Peter Feininger war im Wahljahr 2002 Vorstand der PDS Augsburg.Auf Platz 1-3 kandidierten nur Männer. Platz 2 Peter Feiniger.Warum hat Frau Metzger sich damals nicht für die Frauenquote eingesetzt, die zu dieser Zeit ohne wenn und aber gültig war!
Vielleicht ist es nicht bekannt, dass ihr euch als Betreiber eines Internetforums von dem Wahrheitsgehalt eines Artikels zu überzeugen habt.Dies gilt ebenso für den Hinweis auf einen Link!
Peter Feiniger wurde übrigens als Vorstand der PDS wegen seines autoritären Führungsstils nicht mehr gewählt.
Seit dieser Zeit führt er einen persönlichen Rachefeldzug gegen die ehemale PDS Augsburg.
Auch bei der WASG hat er versucht über seine Ehefrau die Macht zu übernehmen.
Dasselbe bei Partei DIE LINKE.
Ich bin jederzeit zu einem persönlichem Treffen und Gespräch bereit.
Rudolf Blößner
ehemals WASG jetzt DIE LINKE Augsburg
am 05. Aug 2007 um 23:57 Uhr 8.Christian sagt …
Hm hoch interessant weitere Artikelund somit Stimmen zu dem Thema zu lesen:
“Neugründung der Partei DIE LINKE. in Augsburg
Die Vereinigung von alten Cliquen ist kein Fortschritt oder: Möglichst ohne Frauen an die Macht!
Augsburg, 07.07.2007. Eigentlich haben wir uns gedacht, die Gründungsversammlung der Partei DIE LINKE. am Ort wäre doch eine Chance für einen gewissen Neuanfang: also Auflockerung verkrusteter Strukturen und eine gewisse Öffnung der Partei. Das sollte sich am Dienstag, den 3. Juli nicht bestätigen. Es waren die alten Vorstandscliquen von PDS/Linkspartei und WASG, die erneut und jetzt vereint nach der Macht griffen und skrupellos jede(n) ausschalteten, die/der da im Wege sein könnte. Eine parteiunabhängige linke Öffentlichkeit war kaum anwesend und die Parteimitglieder selbst zeigten auch kein großes Interesse (25 von angeblich 80 Parteimitgliedern waren da).”
Ganzer Artikel unter:
http://www.forumaugsburg.de/s_3themen/Linksbuendnis/070707_gruendung-die-linke/artikel.pdf
Laß mich raten?! Alles wiedermal erlogen und sowieso nur eine Intrige um “Die Links”-partei zu diffamieren?
am 07. Aug 2007 um 16:04 Uhr 9.Tobi sagt …
Mal ganz unabhängig davon, wer jetzt warum hier einen (Rache)feldzug oder sonstiges gegen wen führt (das is mir eigentlich ziemlich egal) ist die entscheidende Tatsache doch die:
Die selbsternannte Linke schafft es nicht mal parteiintern, ihre Ansprüche bezüglich einer geschlechterdemokratischen Verfasstheit zu erfüllen, da frag ich mich dann schon, wie sie das nach außen schaffen will. Und das trifft auf die Bundespartei und die Bundestagsfraktion genauso zu wie auf den Kreis-/Stadt-/Whatever-Verband Augsburg. Das ist meiner Meinung nach wenig überraschend, trotzdem aber schade.
am 11. Aug 2007 um 11:59 Uhr 10.Nico sagt …
also wenn mensch es schon noetig hat, mit rechtlichen schritten zu drohen…. aber das angebot eines treffens nehmen wir doch gerne an, wuerde ich sagen!
am 06. Jan 2008 um 14:29 Uhr 11.Stefan Migdalek sagt …
Hallo Tobi,
du behauptest hier öffentlich auf Grund eines offensichlich sehr dünner Wissensstandes ( Deine Aussage:”…schließlich ist die Linkspartei das beste Beispiel …” Lafontain, Gysi, Ernst nennst du ” Seilschaft ” alter Männer, Wortwahl ist Anspielung auf oft verwendete Rede ” Stasiseilschaft ” ) das es in der LINKSPARTEI eine systematische Verhinderung der Beteiligung von Frauen gibt. Sorry aber das ist unterste Schublade. Weil Herr Lafontaine und Herr Gysi die Partei führen kannst du nicht gleich behaupten das auf der Bundesebene der Linken Frauen diskriminiert werden. Noch dazu behauptest du das öffentlich. So etwas nennt sich üble Nachrede. Du würdigst das Ansehen der Linken öffentlich herab indem du Behauptungen aufstellst die du nicht beweisen kannst. ( weil es schlicht und einfach nicht stimmt) Sollte dich deswegen Die Partei ” Die Linke ” anzeigen weil das eine nicht zutreffende Behauptung ist die geeignet ist das Ansehen der Linken beschädigen und solltest du verurteilt werden , so kann das mit bis zu zwei Jahren Gefängnis bestraft werden . Zwei von drei Bundestagsabgeordnete/n aus Bayern sind Frauen. Das kannst du auf der Homepage ” Die Linke – Bayern nachlesen. Noch dazu hast du anscheinend Vorurteile gegen Ältere. Du solltest diese Einträge löschen.
Stefan Migdalek,
Mitglied des KV Die Linke / Augsburg
am 07. Jan 2008 um 19:09 Uhr 12.Tobi sagt …
Hallo Stefan,
ich zitier mal aus eurer Satzung (in der Hoffnung, trotzdem nicht wegen einer Urheberrechtsverletzung angeklagt zu werden, ne entsprechende Drohung würde mich nach den bisherigen Kommentaren hier jedenfalls nicht wundern):
Nun sind zweifellos zwei der zwei Bundesvorsitzenden Männer, ihr erfüllt also offensichtlich euren eigenen Anspruch diesbezüglich nicht, und dass obwohl es (zumindest meiner Meinung nach) kompetente Frauen dafür gäbe.
Und warum wird dieser Anspruch nicht erfüllt? Meiner Meinung nach deshalb, weil sowohl Lafontaine als auch Bisky einen Platz in der ersten Reihe wollten. Für mich deutet das darauf hin, dass Geschlechterdemokratie da nur so lange besteht, so lange sie nicht den Interessen sich in den Vordergrund drängender Männer im Wege stehen.
Und dieses Problem gibts nicht nur im Bundesverband, sondern auch vor Ort: Wieviele der StadtratskandidatInnen in Augsburg sind den Frauen? Laut eurer Liste gerade vier von zwanzig… und davon genau eine auf nem Platz, auf dem sie tatsächlich Chancen hat, in den Stadtrat zu kommen.
Ich weiss nicht, ob das euren Ansprüchen genügt, ich persönlich finds enttäuschend.
Und interessant, das sogar mehrere Vertreter der Augsburger Linken mit recht hahnebüchenen Interpretationen von Kommentaren hier Klagen androhen. Aber irgendwie nicht überraschend…
am 07. Jan 2008 um 20:16 Uhr 13.Stefan Migdalek sagt …
Sorry Tobias aber ich muss widersprechen. Bei der Linken gibt es einen geschäftsführenden Bundesvorstand. Dieser ist absolut zur Hälfte mit Frauen besetzt–siehe dazu Website die Linke , –> Partei.
Bei der Linken gibt es sechs Parteivorsitzende. ( Zwei Vorsitzende und vier Stellv. Vorsitzende ) . Auch diese sind zur Hälfte Männer ( Zwei davon sind Gysi und Lafontaine ) und Frauen.
Vorsitzende sind die Sprecher der Partei. Ähnlich der Funktion des Betriebsratsvorsitzenden gibt der Vorsitzende die Meinung des Gremiums wieder. Das für die Vorsitzenden zwei Männer demokratisch gewählt wurden, hat nicht zu bedeuten das Frauen diskriminiert worden sind. Das die Vorsitzenden aus zwei Männern bestehen und die stellvertretenden Vorsitzenden dann drei Frauen und ein Mann sind, zeigt das auch hier zur Hälfte Frauen zum Zuge gekommen sind. Es kann nicht ausgeschlossen werden das sich für dieses Amt gar keine Frau beworben hat. Ich bleibe dabei, deine Behauptung das bei der LINKEN systematisch Frauen an der Teihabe behindert werden ist absolut nicht wahr.
Hier vor Ort konnten sich alle weiblichen Mitglieder des KV Augsburg für das Stadtratsamt bewerben. Die Frauen die das wollten haben das getan und wurden auch gewählt oder nicht gewählt. Ich finde es auch bedauerlich das nur wenige Frauen bisher den Weg zur Linken in Augsburg gefunden haben.
am 08. Jan 2008 um 20:53 Uhr 14.Tobi sagt …
Hallo Stefan,
nur ganz kurz: Mir ist durchaus bekannt, dass es im Parteivorstand der Linken mehr als zwei Personen gibt, die zwei obersten Repräsentanten allerdings, nämlich die (nicht-stellvertretenden) Vorsitzenden sind beides Männer.
Entstanden ist dies – so zumindest meine Wahrnehmung – daraus, dass es beim Zusammenschluß von PDS und WASG einen Konfliktpunkt gab:
Einerseits gab das – durchaus begrüßenswerte – Ziel, die Parteistrukturen geschlechterdemokratisch zu gestalten, deshalb die Quote in der Satzung. Andererseits wollte aber sowohl aus der WASG als auch aus der PDS ein prominenter Mann unbedingt (nicht-stellvertretender) Bundesvorsitzender werden.
Und wie wir wissen haben sich die Machtansprüche der Männer gegen die Umsetzung geschlechterdemokratischer Parteistrukturen durchgesetzt.
Und dass es eine ‘männliche Doppelspitze’ gibt, ist ja nicht nur beim Bundesverband so, sondern beispielsweise auch bei der Bundestagsfraktion und scheinbar auch beim Kreisverband Augsburg (genaues läßt sich dazu nicht sagen, weil zumindest ich auf der Website des KV Augsburg keine Informationen zum Vorstand gefunden habe).