Posts oder Kommentare 03.09.2010

allgäu & kommunalpolitik jakob.wunderwald | 29. Jul 2010

31. Juli: Im Allgäu geht was vor sich!

In den letzten Monaten schon lag das Hauptaugenmerk unserer Arbeit darauf, im Allgäu Strukturen der GRÜNEN JUGEND zu bilden, Leute anzuwerben, ein bisschen junges Grün in die Hügellandschaften zu bringen.

Nun wird das Ganze am Samstag endlich in etwas Offizielles münden: Die GRÜNE JUGEND Allgäu wird gegründet! Als zweiter Kreisverband innerhalb Schwabens soll sie das gesamte Allgäu, all seine Landkreise und kreisfreien Städte (also die Landkreise Ober-, Ost- und Unterallgäu sowie Lindau und die Städte Memmingen, Kempten und Kaufbeuren) umschließen. Wir treffen uns zur Gründung um 17:00 Uhr im Weinhaus Zum Goldenen Löwen am Schrannenplatz in Memmingen.

Wer schon vorher aktiv werden will, kann sich ab 13:00 Uhr an einer Aktion der GRÜNEN JUGEND in Memmingen beteiligen: Dann treffen wir uns nämlich am Weinmarkt, um dort mit einem Jugendzentrum auf offener Straße gegen die Kürzungen in der Jugendarbeit zu protestieren, die jetzt in vielen Städten aufgrund knapper Kassen anstehen.

Wir freuen uns über jede_n, der Lust hat, zu kommen!

schwaben & vorstand jakob.wunderwald | 27. Jun 2010

“Neue Wege in der Asylpolitik” – Die Sommerklausur

Mensch, sind wir vom Glück verfolgt! Es ist Ende Juni, das erste richtig geniale Wochenende (vom Wetter her) und wir haben Sommerklausur. Also, besser gesagt, die GRÜNE JUGEND Schwaben begeht feierlich das Ritual der Sommerklausur, und zwar in Dinkelscherben, einem Dorf mit Zuganbindung nach München nahe Augsburg. Also, und das kann mensch auch schon am Anfang des Artikels sagen, ohne etwas vorwegzunehmen: Es hat Spaß gemacht. Eben weil das Wetter gepasst hat. Und sonst eigentlich auch alles.

Das „sonst alles“ waren in diesem Falle drei Workshops, Lagerfeuer, Mitgliederversammlung und Fußball. Wichtigkeit in dieser Reihenfolge. Zu ersterem: Themen waren Asylpolitik (als Hauptthema) und der Klimawandel (als Nebenthema), doch fangen wir von vorne an. Also: Freitagabend bis Spätnachmittag Anreise, Kennenlernen, Koffer auspacken, Grillen, Lagerfeuer. Mehr gibt’s dazu nicht zu sagen. Samstag Vormittag dann Frühstück, Aufwachen und erste thematische Arbeit. Diese in einem Workshop mit Albert Riedelsheimer, jahrelang erfahren in der Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, außerdem grüner Kreisvorsitzender im Donau-Ries. Der erzählt in einem sehr offen, sehr gesprächig gehaltenen Workshop von seiner Arbeit und dem, was sie so schwierig macht. In etwa das Schätzen des Alters eines jungen Flüchtlings. Dieses übernimmt nämlich ein_e Beamte_r, und die/der entscheidet nur nach seinem Augenmaß. Also auf vollkommen unsicherer Basis. Dabei hat gerade diese Entscheidung schwerwiegendste Folgen für das weitere Leben eines Flüchtlings, nach ihr wird beschlossen, ob mensch den besonderen Schutz vor Abschiebung bekommt, der einer_m Jugendlichen zusteht. Heißt so ungefähr: Wer zu jung geschätzt wird, wird mit höherer Wahrscheinlichkeit abgeschoben. Auch wenn sie/er vielleicht nur nicht nachweisen kann, dass sie/er noch zu jung ist. Und das ist schon ein bisschen grausam. Gerade in einem Staat, der sich selber „Antidiskriminierung“ auf die Fahnen geschrieben hat. Nach diesem doch sehr nachdenklich stimmenden Workshop dann Mittagessen (eine Kreuzung aus italienischer und indischer Küche, schmackhaft), kurze Pause, Workshop Numero zwo. Ein Einstieg in die Problematik des Klimawandels, gehalten von Florian Sperk, lange Jahre aktiv bei der Grünen Jugend. Sehr anschaulich wird dargestellt, was der Klimawandel für Folgen haben wird und was wir noch dagegen tun können. Von schlechten Lösungen (Desertec, CCS, Atomkraft) hin zu ganz guten (erneuerbare Energien, Lebensstil ändern), wieder sehr offen, diesmal aber mit Laptop und Präsentation. Allerdings draußen, im Schatten einer Esche, im Gras. War genau das, als das es auch geplant war: Eine Möglichkeit, fundierte Kenntnisse über die Problematik zu erlangen, und zwar nicht für Leute, die eh schon Bescheid wissen, sondern für solche, die sich bisher noch nicht so eingehend damit befasst haben. Darauf folgt direkt die einstündige Mitgliederversammlung, bei der ein Antrag zum Thema „Asylpolitik“ beschlossen wurde, der von der GJ Schwaben auch zum nächsten Landesjugendkongress der GJ Bayern eingereicht werden wird. Abendgestaltung wie am vorherigen Tag, nur mit stärkerem Fokus auf Fußball (Ghana gewinnt, juhuuuuu!) und längerem Aufbleiben. Tag drei beginnt dann für den Autor dieses Artikels (viel) (zu) früh, um sieben Uhr vormittags nämlich, mit dem albernen Wecksignal des Handys. Er muss jetzt nämlich erste Teilnehmer_innen verabschieden, einen Teilnehmer gar wecken, damit er rechtzeitig zu seinem zug kommt. Abschiedsumarmungen, weitermachen. Eine Breze essen, dann Kaffee, dann wach. Der dritte und letzte Workshop wird von Gisela von Maltitz, einer Veteranin des Kampfes für die Rechte von Flüchtlingen, der Gründerin und Vorsitzenden des Vereins exilio e.V., durchgeführt, die verspätet sich aber (bzw. wird durch die Deutsche Bahn verspätet), also wird erst mal aufgeräumt, ausgetrunken, gepackt, schließlich ist die Referentin endlich da, und ein wirklich toller Workshop nimmt seinen Lauf. Es werden die Gängelungsmethoden des Ausländerbehörden aufgezeigt, der Irrsinn der „Residenzpflicht“ (Bewohner_innen von Flüchtlingslagern dürfen ihren Landkreis nur in Ausnahmefällen und gegen die Zahlung von 10€ verlassen), die Schwierigkeiten der Unterbringung in Lagern (wer in etwa bei seinem Bruder oder anderen Verwandten unterkommen will, darf das als Flüchtling nicht) und die skandalöse Kriminalisierung von Flüchtlingen (wer zweimal gegen die „Residenzpflicht“ verstößt, bekommt eine Geldstrafe in Tagessätzen, wie sie auch bei anderen, „echten“ Verbrechen verhängt wird, obwohl er doch im Grunde nur das Grundrecht der Bewegungsfreiheit in Anspruch nimmt) kritisiert. Hat allen gefallen. Dann machten wir Schluss. Gingen auseinander. Fußball gucken.

schwaben & vorstand jakob.wunderwald | 17. Jun 2010

Sommerklausur 2010 vom 25. bis zum 27. Juni

Traditionen sind ja so anziehend, weil sie sich immer wieder wiederholen. Deswegen sind wir als GJ eigentlich gegen Traditionen. Sie führen zu Behäbigkeit gegenüber drängenden Problemen. Es gibt aber auch durchaus schöne Traditionen. Zu diesen zählt zweifellos die alljährliche Sommerklausur der GRÜNEN JUGEND Schwaben. Zusammen am Lagerfeuer sitzen, in spannenden Workshops Themen erkunden, all das macht die Sommerklausur zu dem Highlight, das sie sein soll. Und auch in diesem Jahr werden wird.

Dieses Jahr treffen wir uns in der Mitte Schwabens, im Jugendhaus Reischenau des Kreisjugendrings Augsburg-Land in Dinkelscherben. Dahin kommt man mit dem Zug direkt. Zu erleben gibt es tolle Workshops zu den Themenbereichen Integration und Klimawandel, außerdem besagtes Lagerfeuer, viele jungGRÜNE Ideen und hoffentlich auch viel Sonne. Wer also kommen will, die/der sei herzlich eingeladen – gerne auch als Nicht-GJ-Mitglied.

Was ist mitzubringen? Das Ganze ist ein Selbstversorger_innenhaus, also müssen natürlich erstmal Geschirr und Besteck sein. Dann ein Schlafsack oder vergleichbares sowie Waschzeug. Dazu der Teilnehmer_innenbeitrag von 25€, der leider sein muss für die Finanzierung. Für Menschen, die sich das nicht leisten können, sollte das aber bitte kein Hindernis sein. Wendet euch einfach an uns.

Wer also kommen will – meldet euch an! Die Adresse lautet wie immer vorstand@gj-schwaben.de.

Wir freuen uns auf euch!

P.S.: Ach ja, wer Angst hat, wegen der Klausur Spiele der Fußball-WM zu verpassen, der mache sich keine Sorgen: Für einen Fernseher ist gesorgt!

allgäu & bildung jakob.wunderwald | 06. Jun 2010

In Kempten gegen Leistungsdruck protestiert

Es musste sein, es war wichtig: Die Grüne Jugend Schwaben protestierte am Samstag, dem 5. Juni, gegen den Leistungsdruck, der im aktuellen Bildungssystem vorherrscht. Der ist so nicht mehr in Ordnung, ist untragbar, schlicht: böse. Im G8, in den Bachelor- und Masterstudiengängen, und an noch so vielen anderen Punkten muss mensch zu viel arbeiten, so viel, wie sie oder er es gar nicht kann. Und das wollen wir nicht. Deswegen folgende Aktion:
Ein paar GJler_innen legten sich am Eingang von Kemptens Fußgängerzone auf den Boden, sie wurden mit Kreide umrandet, die Köpfe wurden mit Büchern beladen. „Erschlagen vom Leistungsdruck“ waren sie, bzw. sie stellten es dar. Die Kemptener_innen mussten durchlaufen, sie wurden auf die Problematik aufmerksam gemacht, und gerade das gelang gut: Wir konnten mit vielen reden, bekamen viel Zuspruch, die Ablehnung für unsere Aktion hielt sich in Grenzen. Und das in Kempten. Im Allgäu, wo die GRÜNE JUGEND bis vor ein paar Monaten, genauer gesagt bis zum Allgäutreffen im April, noch so überhaupt nicht aktiv war, dass wohl selbst die Existenz der Organisation wenigen gerade jungen Leuten bekannt war.

Doch damit kommen wir schon zum zweiten Ziel der Aktion: Mit solcherlei Protest soll es auch gelingen, GJ-Strukturen im Allgäu zu etablieren, es zu schaffen, dass junge, grün orientierte Menschen mit der GJ eine festen Ansprechpartnerin haben. Auch hierzu lassen sich Fortschritte erkennen: Nach dem Allgäutreffen tauchte auch so manches neue Gesicht zur Aktion auf. Was sehr schön ist und positiv stimmt: Schließlich wollen wir noch viele Aktionen im Allgäu machen, die nächste schon Ende Juli. Mensch kann mal hoffen, dass es dann ähnlich toll wird.

allgäu & bildung jakob.wunderwald | 03. Jun 2010

Pressemitteilung: “GRÜNE JUGEND setzt am Samstag in Kempten Zeichen gegen Leistungsdruck”

Es ist ein weit verbreitetes Phänomen an bayerischen Schulen und Universitäten: Immer mehr Schüler_innen und Studierende klagen über hohen Leistungsdruck, der vor allem durch die Einführung des achtjährigen Gymnasiums und die mangelhafte Durchführung des „Bologna-Prozesses“ ausgelöst wird. Dagegen will nun die GRÜNE JUGEND (GJ) Schwaben in der Kemptener Innenstadt ein Zeichen setzen. So werden sich Mitglieder des GJ auf die Straße vor der ehemaligen Firma Quelle legen, dabei mit Kreide umrandet und mit Schulbüchern eingebaut sein. Sie werden darstellen, wie „erschlagen vom Leistungsdruck“ mensch in der heutigen Bildungswelt sein kann.

„Der Leistungsdruck im heutigen Bildungssystem ist immens. Wir als GRÜNE JUGEND wollen dagegen ein klares Zeichen setzen, wir wollen klarstellen, dass wir das mit uns nicht machen lassen“, erklärt Lisa Neulist, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Schwaben. „Es ist untragbar, was für Schwierigkeiten ein junger Mensch heute durchleben muss, wenn er sich gute Schulbildung sichern will.“

Des weiteren steht die Aktion im Zusammenhang mit der stärkeren Aktivität der GRÜNEN JUGEND im Allgäu. „Wir wollen es schaffen, dass GRÜN orientierte Jugendliche im Allgäu feste Möglichkeiten haben, sich zu engagieren“, legt Jakob Wunderwald, Sprecher der GRÜNEN JUGEND Schwaben, dar. „Es ist unser Ziel, mit Aktionen wie dieser langfristig GJ-Strukturen im Allgäu zu etablieren, damit wir auch hier Druck auf die politischen Entscheidungsträger_innen ausüben können.“

Der Beginn der Aktion ist für Samstag um 15:00 Uhr vor der ehemaligen Firma Quelle in der Kemptener Innenstadt festgelegt. Die Teilnahme ist jeder_m gestattet, auch Nicht-Mitgliedern der GRÜNEN JUGEND.

Bei Rückfragen melden Sie sich bitte an vorstand@gj-schwaben.de.

augsburg jakob.wunderwald | 08. Mai 2010

Waldwoche in Augsburg

mehr-baume

Dem Wald in Deutschland geht es nicht gut. Auch wenn viele Menschen das leider nicht wissen, da sie das Waldsterben für “gegessen” halten und die Sache in den Medien keine allzu hohe Präsenz hat. Zu Unrecht! Noch immer sind nur ein Drittel der Bäume hierzulande gesund, und noch immer fallen riesige Flächen dem Fraß durch Straßen-, Siedlungs- oder Gewerbegebietebau zum Opfer.  Und genau auf letzteren Punkt wollte die Grüne Jugend Augsburg mit einer Aktion am Samstag, dem 8. Mai, aufmerksam machen, die im Rahmen der bundesweiten GJ-”Waldwoche” stattfand.

Die Aktion sah folgendermaßen aus: Mit einem Absperrband wurde eine Fläche von 868m² abgesperrt, ein Quadrat mit einer Seitenlänge von 29,45m ist das. Und diese – beileibe – gigantische Fläche wurde nicht zufällig gewählt. So groß ist nämlich die natürliche Fläche, die pro Minute in Deutschland zugebaut wird. Wo einstmals Wiese war, steht dann ein Einkaufszentrum, wo der Wald erblühte, erblüht nun der Verkehr. So gehen fortlaufend Ökosysteme verloren, Tiere werden ihrer Heimat veraubt, und ganz nebenbei wird auch noch Raubbau am Klimaschutz betrieben. Das kann so nicht weitergehen, und dafür wurde an diesem Samstag ein klares Zeichen gesetzt.

Gelungen war aber nicht nur die Aktion, sondern auch der Ort, an dem sie stattfand. Auf Augsburgs historischem Rathausplatz nämlich, im Schatten von Perlachturm und Rathaus, am, schlichtweg, besten Ort, den man sich für so eine Aktion nur denken kann. So kam am Ende alles Gute zusammen,das Wetter spielte auch noch mit, alle waren glücklich. Und auch für den Wald war es ein guter Tag. Sind doch ein paar Leute wohl endlich darauf aufmerksam geworden, wie mies es ihm eigentlich geht. So ist das Thema dann doch noch nicht “gegessen”.

kirche felix.neutatz | 29. Apr 2010

Zehntklässlerin fliegt nach Kirchenaustritt von der Schule

Bild von Claude Attard Bezzina

Kreuz

Eine Schülerin aus Illertissen ist aus der Kirche ausgetreten. Dieser Austritt hat jetzt schwerwiegende Folgen. Die Zehntklässlerin wird ihrer Schule – Gymnasium Kolleg der Schulbrüder – verwiesen. Der Grund lautet: sie habe gegen die Vertragsklausel „Jeder hat am Religionsunterricht teilzunehmen.“ verstoßen. Diese Vertragsregel gilt für alle Schulen in katholischer Trägerschaft. In dieser Schule gibt es allerdings eine Ausnahmeregelung, die es muslimischen und konfessionslosen Kindern ermöglicht am Ethikunterricht teilzunehmen. Diese Regelung kann sie laut Schulleitung aber nicht für sich in Anspruch nehmen, da sie bewusst aus der Kirche ausgetreten ist.

Wie kann es zu einem solchen Vorgang in der heutigen Zeit kommen?
Diskriminierung auf Grund der Religionszugehörigkeit – laut Grundgesetz ist das verboten: §33 (3) […] Niemandem darf aus seiner Zugehörigkeit oder Nichtzugehörigkeit zu einem Bekenntnisse oder einer Weltanschauung ein Nachteil erwachsen.

Außerdem ist es juristisch eher problematisch sich auf einen Schulvertrag zu beziehen, den die Eltern unterschrieben haben und der sich auf die Religionszugehörigkeit bezieht. Denn man kann mit 14 Jahren aus der Kirche austreten.
Es wäre schön, wenn es zu dem von Bischof Zollitsch gepriesenen Neuanfang der Kirche kommen würde und zwar bald!

 

Quelle: http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Bayern/Artikel,-Schulverweis-nach-Kirchenaustritt-_arid,2132598_regid,2_puid,2_pageid,4289.html

allgäu & anti-atom & schwaben & unterwegs jakob.wunderwald | 18. Apr 2010

Das Allgäu traf sich…

Atomkraft? Nein danke!

Wochen und Monate der Planung gingen voraus, und am 17. April war es dann doch soweit. Auch wenn ich das immer noch nicht so richtig glauben kann. Das erste Allgäutreffen der Grünen Jugend Schwaben fand statt, dieses Ding also, bei dem sich endlich mal die allgäuerischen Grünen Jugendlichen vernetzen konnten, und, man glaubt es kaum, es war ein Erfolg!

Begonnen mit schon klassischer Vorstellungsrunde und einem Workshop mit dem Landtagsabgeordneten Thomas Gehring, hatten alle Teilnehmer_innen von Anfang an ihren Spaß und (hoffentlich) auch ihren Nutzen. Thomas erzählte hier nämlich, wie die grüne Partei funktioniert, und beantwortete Fragen zu allem möglichen, was grüne Politik ausmacht. Anschließend erste Komplikationen: Der Zeitplan wird einfach mal Hals über Kopf über den Haufen geschmissen – und niemanden stört`s. Der zweite Referent wurde zum letzten gemacht (mehr zu ihm später) und man begab sich zum Essen, dessen Ort ein kleines vegetarisches Lokal in der kemptener Altstadt werden sollte. Allerdings – ich denke, weitere Einzelheiten hierzu werden euch nicht so brennend interessieren.

Der Nachmittag stand dann zunächst einmal unter dem Zeichen der Energiepolitik. Mit Thomas Hartmann, dem Vorsitzenden der grünen Fraktion im kemptener Stadtrat, wurden vor allem die Dinge besprochen, die jeder Mensch im eigenen Haus leisten kann, um seine Klimabilanz aufzubessern. All die Dämmungen also, die so einfach zu installieren wären, und die doch so selten angebracht werden, oder Heizungen, die viel zu ineffizient arbeiten . Aber auch Allgemeines, wie in etwa die Entwicklung des Rohölpreises, wurde angesprochen. Angereichert wurde dies mit konkreten Fallbeispielen, wo schon deutliche Verbesserungen in der haushältlichen Klimabilanz eingebaut wurden.

Florian Sperk, der Sprecher der Grünen Jugend Bayern, war im Anschluss der Referent, der uns seinen Vortrag vom Vormittag auf den Frühnachmittag hatte verlegen lassen. Er sprach über das große Sommerkonzept der Grünen Jugend Bayern, den Papillon also, und stellte somit viele Aktionsideen vor, die auch die Allgäuer_innen im Sommer durchführen wollen.

Den glorreichen Abschluss bildete eine große kleine Anti-Atom-Aktion, zu der sich die Teilnehmenden mitten in Kemptens Fußgängerzone mitten auf die Straße stellten, dabei in weißen Anzügen mit weißen Mundschutz fast vollständig anonymisiert waren, und stillschweigend stehen blieben. Die einziege Besonderheit eines_r jeden: Das Schild in den Händen, auf dem ein Reaktorünglück samt Datum zu finden war. Wir hoffen, wir konnten viele Kemptner_innen damit aufrütteln.

Und schon war es wieder vorbei, das Allgäutreffen, und alle waren zufrieden. Und in Zukunft wird dann das Allgäu begrünt. Mit ganz vielen Aktionen der Grünen Jugend. Ihr könnt euch auf was gefasst machen!

allgäu & anti-atom & schwaben & unterwegs jakob.wunderwald | 30. Mrz 2010

Auf nach Kempten! – Das erste Allgäutreffen

antiatomaktion

So, liebe Junggrüne, hiermit geht das Jahr 2010 so richtig los! Mit der ersten großen Aktion der Grünen Jugend Schwaben in diesem Jahr, dem ersten Allgäutreffen, welches am 17. April in Kempten stattfinden wird. Und ihr seid alle ganz herzlich eingeladen.

Wozu nun das Ganze?

Es gibt im ganzen Allgäu keinen organisierten GJ-Kreisverband, keinerlei junggrüne Strukturen. Doch es gibt junge Menschen, die Mitglieder bei der GJ sind, nur sind diese nicht organisiert, und so erreichen sie natürlich auch nichts, es gibt keine Aktionen, keine politische Einmischung. Das wollen wir ändern. Beim Allgäutreffen könnt ihr Gleichgesinnte kennenlernen, euch vernetzen, viel Spaß haben und vielleicht auch ein kleines bisschen die Welt verändern.

Was wird euch geboten?

Ein ebenso interessantes wie abwechslungsreiches Programm. Zunächst erhaltet ihr von Thomas Gehring aus dem Landtag und Florian Sperk, Sprecher der GJ-Bayern, geballte Information darüber, wie grüne Arbeit in Parlamenten und Aktionen eigentlich aussieht. Anschließend wird Thomas Hartmann, Stadtrat in Kempten, euch erneuerbare Energien und ihre Vorteile zeigen. Er ist durch seine berufliche Tätigkeit auf diesem Gebiet bewandert. Den Abschluss bildet dann eine gemeinsame Anti-Atom-Aktion auf Kemptens Straßen, bei der wir gegen die schwarz-gelben Ausstieg aus dem Ausstieg-Pläne protestieren werden. Wie das ungefähr aussehen wird, seht ihr auf dem Bild oben. Dazwischen bleibt euch viel Zeit dafür, einfach Leute kennenzulernen und Bekanntschaften zu knüpfen.

Und wann und wo ist das jetzt?

Am 17. April um 11 Uhr im Landtagsbüro von Thomas Gehring am Kapellenplatz 1 in Kempten. Einen genauen Anfahrtsplan erhaltet ihr auf Anfrage unter vorstand@gj-schwaben.de , ebenso wie die genaue Tagesordnung.

Anmeldung:

An vorstand@gj-schwaben.de .

bürgerInnenrechte & die weite welt lisa.neulist | 05. Mrz 2010

Staatliche Unterstützung für Folteropfer

Der 17-jährige Kurde Ahmed* ist auf dem Weg zu einem Beratungstermin im Therapiezentrum XENION in Berlin. Als Fahrkartenkontrolleure ihm seine Papiere abnehmen, gerät er in Panik und flüchtet. Völlig verstört erreicht er die Einrichtung, doch Polizisten folgen ihm. Als sie in die Therapieräume eindringen, stürzt sich Ahmed aus dem Fenster des dritten Stocks. Er überlebt den Sturz nur knapp.
Derartige Panikreaktionen sind klare Zeichen für eine „posttraumatische Belastungsstörung“. Wer einmal Folter erlebt hat, wird ein Leben lang unter dieser Erfahrung leiden.
XENION ist eine Menschenrechtsorganisation, sie sich um Fälle wie Ahmed* kümmert.
Es gibt in Deutschland jedoch keine staatliche Förderung für Folteropfer. Alle Organisationen, die sich um die psychischen Folgen von Folter kümmern sind auf Privatinitiative gegründet. Nur Wenigen ist bewusst, dass die Folgen der Folter ihre Opfer das Leben lang verfolgt und nicht wenige enden im Suizid. Nicht nur das Leben der Betroffenen ist durch die psychische Folge belastet, sondern auch das der Familie, da Angst und Stress auf diese unbewusst übertragen wird.
Die Therapien von schwer Traumatisierten führen nicht von heute auf morgen zu einer Besserung, sondern brauchen viel Zeit – und entsprechende finanzielle Unterstützung.
Trotzdem müssen die Betroffenen manchmal lange auf einen Therapieplatz warten. Auch XENION muss regelmäßig Aufnahmestopps verhängen, weil die Kapazitäten nicht ausreichen.
Förderung gibt es auch durch den Europäischen Flüchtlingsfond, jedoch werden die Gelder in Deutschland durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge verwaltet. Die Behörde ist auch für die Genehmigung und Ablehnung von Asylanträgen zuständig, und ihre Finanzentscheidungen sind nicht zuletzt politische Entscheidungen. Über Folteropfer muss nicht politisch sondern menschlich entschieden werden.

*Name geändert

Quelle:

http://www.amnesty.de/umleitung/2005/deu05/007?lang=de%26mimetype%3dtext%2fhtml

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